Graffiti und Streetart

Wo Graffiti aufhört und Streetart anfängt

Graffiti und Streetart sind in vielen Gebieten Deutschlands weit verbreitet. In NRW (Nordrheinwestfalen), im Ruhrgebiet, in Köln und Düsseldorf, als auch natürlich in der Hautpstadt Berlin ist diese zeitgenössische Kunst an jeder Straßenecke zu entdecken. Nicht nur ein Phänomen in Großstädten. Doch was viele nicht wissen ist, dass Graffiti von Street Art zu unterscheiden ist.

Der Unterschied liegt meist im Auge des Betrachters

Das herkömmliche Straßengraffiti ist eine reine Reviermarkierung. Eine vulgäre, bunte Wandsprüherei, die von einem Außenstehenden oft mit einem sehr dürftigem Kunst-Gehalt in Verbindung gebracht wird. Diese Art von Selbstverwirklichung wird als störend, schädigend und gesetzeswidrig angesehen. Viele solcher Künstler haben Irritierung und Provokation als Ziel. Sie wollen sich politisch, als auch gesellschaftlich äußern. Graffiti-Künstler verewigen sich und ihre Handschrift auf diversen Untergründen, um ein Statement zu setzen. Um zu sagen: „Ich war hier!“. Der Graffiti-Künstler hinterlässt hauptsächlich auf Mauern, Zügen, Haltestellen, Toiletten etc. allein seinen eigenen Namen bzw. seinen Künstlernamen in einer kunstvollen und auffälligen Schreib- und Malschrift. Während Graffiti-Writer ebenfalls Kunst auf die Straße bringen, möchten viele Graffiti-Künstler nicht mit dem Begriff „Streetart“ in Verbindung gebracht werden.

 

Streetart ist nicht „real“

Artisten aus der Street-Szene wollen hingegen ihre Meinung kundtun. Sie wollen mit den Menschen in der Stadt kommunizieren und große Werke erschaffen. Ihren Gefühlen und ihrer Kreativität freien Lauf lassen und gewisse Botschaften und Geschichten hinterlassen. Mittlerweile wird diese Art von Kunst auch von der Gesellschaft als Kunst akzeptiert. Hauptaugenmerk setzen Streetart-Künstler auf den großen Bildanteil in ihren Werken. Die künstlerischen Abbildungen bestehen meisten aus prachtvollen und aussagekräftigen Bildern und Kleingeschichten mit großer Wirkung. Sie regen unter anderem auch zum Nachdenken an und sind selbst von Laien entschlüsselbar. Genau diese allgemeine Zugänglichkeit und Akzeptanz wird von vielen Graffiti-Künstlern nicht gewünscht. Während diverse Streetart-Stücke hohe Summen in Galerien und bei Kunstliebhabern erzielen können, bleibt Graffiti lieber „real“ (echt), geschieht illegal und ist in der Regel nicht käuflich.

Die Kunst muss raus. Raus auf Häuserwände. Doch wo sind hier nun die Grenzen zwischen Illegalität und Galerie?

Street-Art hat oftmals nur einen temporären Charakter. Während Graffiti die Mauer mit Farbe durchtränkt oder eine gewaltige Gravierung (scratchings) auf U-Bahn-Fenstern hinterlässt, ist Street-Art auf den Straßen Deutschlands oftmals auch nur geklebt und kann prinzipiell leichter entfernt werden. Insofern ist der Vorwurf einer Sachbeschädigung nur in einem geringen Ausmaß vorhanden und somit das Risiko einer Strafe geringer. Aber doch auch nicht ausgeschlossen.
Für Streetart-Fame sind keine besprühten Züge, durchs Land rollend notwendig. Dieser Kunststil bestehend aus Icons und Charakterfiguren verbreitet sich durch ein Foto im Internet und erlangt so einen hohen Bekanntheitsgrad. Auf diese Weise wurde schon der ein oder andere Street-Art Künstler bekannt und reist nun, bezahlt durch Kunstförderungen, durch die Welt und verbreitet dort seine Kunstwerke.

Wir müssen uns an dieser Stelle  ausdrücklich zu beiden Kunstformen bekennen.

Die Auftragsmalerei sichert unsere Existenz und ist der Grund, warum wir auch freie Arbeiten anbieten können ohne Verkaufsdruck.